Was hier geschah
Der Geschichte nach empfingen Schiffe in der Straße von Malakka 1947 oder 1948 einen Notruf in Morsezeichen: „Alle Offiziere einschließlich Kapitän tot im Kartenraum und auf der Brücke. Möglicherweise ganze Besatzung tot.“ Nach verstümmelten Zeichen dann: „Ich sterbe.“
Der amerikanische Frachter Silver Star soll die Ourang Medan gefunden und ein Enterkommando hinübergeschickt haben. Es fand die Besatzung tot, die Gesichter vor Angst erstarrt, die Arme ausgestreckt – sogar den Schiffshund. Bevor das Schiff abgeschleppt werden konnte, stieg Rauch aus dem Laderaum, und es explodierte und sank.
Die Legenden
Die Erklärungen reichen vom Übernatürlichen bis zum Militärischen. Manche sprechen von einer bösen Macht, die die Besatzung tötete; andere glauben, das Schiff habe geheime Fracht geschmuggelt – Nervenkampfstoffe, Kaliumcyanid oder Nitroglyzerin –, deren Dämpfe alle an Bord töteten, bevor das Feuer ausbrach.
Kohlenmonoxid aus einem defekten Kessel ist eine weitere beliebte Theorie, ebenso die Idee, die ganze Sache sei vertuscht worden.
Wahrheit oder Legende?
In den Schiffsregistern jener Zeit taucht kein Schiff namens Ourang Medan auf, und die Einzelheiten ändern sich von Nacherzählung zu Nacherzählung. Die meisten Forscher halten die Geschichte für erfunden oder stark ausgeschmückt – was sie nicht daran gehindert hat, zur berühmtesten Geisterschiff-Legende der Welt zu werden.
Besuch
Zu besichtigen gibt es nichts: Falls das Schiff je existierte, liegt es irgendwo auf dem Meeresgrund vor Sumatra oder Malaysia.