Was hier geschah
Die mittelalterliche Burg stammt aus dem 11. Jahrhundert. In den 1530er-Jahren ließ ihr Herr, Jean de Laval, daneben den Renaissancepalast errichten. Seine Frau, Françoise de Foix, war mehrere Jahre lang die Mätresse König Franz' I. und eine der gefeiertsten Frauen am Hof.
Françoise starb am 16. Oktober 1537 in Châteaubriant. Rund anderthalb Jahrhunderte später veröffentlichte der Schriftsteller Antoine Varillas die Geschichte, ihr eifersüchtiger Mann habe sie in einem schwarz verhängten Zimmer eingesperrt und dann töten lassen – und die Legende verbreitete sich.
Die Legenden
Der Legende nach hielt Jean de Laval Françoise mit der kleinen Tochter in einem verdunkelten Zimmer gefangen, bis zu dem Tag, an dem er sie hinrichten ließ. Ihr Geist soll jedes Jahr am 16. Oktober um Mitternacht durch das Schloss gehen.
Besuchern wird das Zimmer gezeigt, in dem sie gefangen gewesen sein soll, und manche berichten von plötzlicher Kälte auf der großen Treppe.
Wahrheit oder Legende?
Historiker glauben nicht, dass der Mord geschah: Françoise starb höchstwahrscheinlich an einer Krankheit, und Varillas' lange danach verfasster Bericht ist eher ein Roman als Geschichtsschreibung. Dennoch gehören die Legende – und das Datum – zur Identität des Schlosses.
Besuch
Das Schloss gehört dem Département Loire-Atlantique und ist zu besichtigen, mit Führungen durch den Renaissancepalast; das Gelände ist frei zugänglich. Öffnungszeiten vor Ort erfragen.